Pfingsten: Der heilige Aufbruch
mit dem Hot Dog

​Liebe «Stadtleben»-Interessierte

Vor wenigen Tagen hatte ich Besuch aus Berlin. Sie erinnern sich – die Nacht im Russenhotel. Zur Beruhigung: Es waren keine muskulösen Männer, die mir wegen meines geklauten Kugelschreibers ein paar Fragen stellen wollten. Sondern der Rückbesuch meiner Freunde.

Zum Programm «Zürich in drei Stunden» gehörte eine Wurst vom «Vorderen Sternen» und deren Verzehr am Seeufer. Und dort stand die Frau: Anfangs Fünfzig mit einem Mikrofon und einem Bonsai-Lautsprecher. Sie referierte über Jesus, der ihr geholfen, sie geheilt habe und der heute alles für sie sei. Nichts dagegen einzuwenden. Beeindruckend war, dass wirklich niemand zuhörte.

Beim zweiten Blick fielen mir jedoch fünf Personen auf, die in militärisch-gleichmässig abgemessenen Abständen zugegen waren und demonstrativ aufmerksam zuhörten. Nun erklomm die Predigerin mit dem Kindergeburtstags-Lautsprecher ungeahnte Höhen und forderte mit Tremolo das nicht vorhandene Publikum eindringlich auf, durch Handerheben zu bekennen: «Ja, Jesus! Ich gehöre dir!»

Nun sah man, wie fest die kleine Gruppe diesen Moment wohl über Wochen geübt haben musste – wenn auch offensichtlich ohne professionelle Begleitung. Etwas zu schnell hoben alle ihre Hand und riefen scheu-euphorisch «Ja, Jesus! Ich will.» Als sie verstummt waren, steckten sie verschämt ihre Hände in die Hosentaschen. Auf YouTube, in diesem Video irgendeiner Megachurch mit den 10‘000 Gläubigen, der Lichtshow und der 30-köpfigen Big Band, musste dies wohl rauschhafter gewirkt haben.

Ein Schwan drehte vom Ufer ab. Auch ihn hatte es nicht gepackt.

Wie es am Bistumstag im Zürcher HB ablaufen wird, sei dahingestellt. Bischof Joseph ist als bodenständiger Mensch bekannt, was die Teilnahme am Gottesdienst zu einem wohltuenden Erlebnis werden lässt. Die Idee des Bistumstages ist reizvoll, dass Kirche sich mitten unter die Menschen, in den Trubel des städtischen Wahnsinns begibt.

Visual Bistumstag am HB in Zürich, 31. Mai 2026

Der Marienmonat Mai bietet auch im kleineren Rahmen Gelegenheit, sich der blühenden Kraft des Lebens zu öffnen. In unseren Pfarreien finden mehrere Maiandachten statt. Ein Anlass in Heilig Geist sticht heraus. Mit Lesungen, Stille und einem Segen.

Kraftquelle ist der Pilgerort von Fatima für unzählige Menschen. Es geht auch die Legende, dass nur ein Fatima-Amulett die Pistolenkugel so ablenkte, dass Papst Johannes Paul II. das Attentat überlebte, wenn auch schwer verletzt. Am 3. Mai kommt eine offizielle Pilgerstatue feierlich nach St. Felix und Regula, verbunden mit einer Eucharistiefeier.

Mit Pfingsten findet der Aufbruch seinen symbolträchtigen Höhepunkt, mit der Wurzel unserer Kirche. Ein Stück dieser Kraft tut uns in diesen Zeiten nur gut.

Diese Kraft der Gemeinschaft trägt im Jahr 2026 verschiedene Gesichter. Das «Vorstadt Sounds» in St. Konrad ist unterdessen eine Institution. Ein kleines Festival mit grosser Fangemeinde und neuer Musik zum Entdecken. Rückenwind über Pfingsten hinaus garantiert. Wer weniger Zeit in seiner Agenda findet, ein Geheimtipp: Die Mittagsmusik in St. Josef. Diesmal «Alphorn Tunes». Achtung, anders als Sie denken. Das ist Konzept.

In Zürich hat es unterdessen fast so viele Haustiere wie Katholiken (…). In St. Theresia sammelte man sinnigerweise Tiergeschichten aus dem Quartier und präsentiert diese nun als Lesung.

Als wir das Seeufer verliessen, versuchten sich die fünf Statisten mit Erweckungsgesprächen. Offenbar mit mässigem Erfolg. Ein Mann in Windjacke, die wohl schon den Mauerfall erlebt hatte, blickte nachdenklich und Hot-Dog-kauend den jungen Erwecker an und meinte: «Also für mich stimmt es so. Alles gut.»

Einen Wonnemonat Mai wünscht Ihnen

Oliver Kraaz

Kommunikationsleiter
Katholisch Stadt Zürich

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Samstag, 2. Mai 2026, 10.00 Uhr
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Samstag, 2. Mai 2026, 10.00 Uhr
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Samstag, 2. Mai 2026, 10.00 Uhr
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