Titelbild_Jahresspiegel2019KatholischStadtZuerich

GEMEINSCHAFT IST IMM ER VIELFALT

Liebe Leserin
Lieber Leser

Wer die Gespräche und Predigten des neuen Papstes Leo XIV. verfolgt, spürt rasch eine wiederkehrende Botschaft: Frieden suchen und Frieden leben – im Grossen wie im Kleinen. Viele haben diesen Appell schon vor ihm formuliert. Doch bei Papst Leo XIV. erhält er eine besondere Tragweite, denn er richtet seinen Aufruf ausdrücklich auch an die Kirche selbst. Und Kirche – das sind wir alle: die Menschen an der Basis, in unseren 23 Pfarreien mit ihren rund 90’000 Mitgliedern in der Stadt Zürich.

Gerade Pfarreien zeigen, dass das Zusammenleben unterschiedlicher Menschen möglich ist. Hier begegnen sich Generationen, Nationalitäten, Lebensstile und politische Überzeugungen. Eine Pfarrei ist ein lebendiger Schmelztiegel – ein Ort gelebter «Diversität», lange bevor das Wort modern wurde.

Und das Entscheidende: Diese Vielfalt bleibt nicht Theorie. Sie wird gelebt – in Vereinen und Gruppen, an Mittagstischen, in religiösen Feiern, bei oder von Sozialdiensten und im freiwilligen Engagement. Für die Menschen innerhalb der Pfarrei, aber ebenso für jene ausserhalb der Kirche.

In einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt oft zu bröckeln scheint, können unsere Pfarreien ein Gegenbild sein. Sie laden ein zu m Miteinander statt zum Gegeneinander, zum Füreinander statt zum Nebeneinander. Sie geben Raum für unterschiedliche Meinungen und leben einen starken Geist der Gemeinschaft.

Natürlich sind auch Pfarreien nicht perfekt. Doch gerade deshalb sind sie authent ische Orte, an denen Gemeinschaft neu entdeckt werden kann. Ihre Türen stehen weit offen – für alle, die neugierig sind.

Barbara Suter
Präsidentin Verband röm.-kath.
Kirchgemeinden

Franco Luzzatto
Dekan Zürich-Stadt