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TURINER GRABTUCH

Das Turiner Grabtuch ist ein Leinentuch mit einem Ganzkörperbildnis eines Mannes, das von vielen Gläubigen als das Tuch angesehen wird, in das Jesus nach seiner Kreuzigung eingewickelt wurde. Seit dem 17. Jahrhundert wird es im Turiner Dom aufbewahrt, und die Diskussionen um seine Echtheit und Bedeutung sind bis heute kontrovers.

Die Pfarrei Maria Lourdes in Zürich-Seebach war vom 16. August bis zum 28. September 2025 Gastgeberin einer Wanderausstellung zum Grabtuch. Sie beleuchtete das Tuch aus kulturhistorischer, religiöser und wissenschaftlicher Perspektive. Begleitet wurde die Ausstellung von einer Vortragsreihe, in der unterschiedlichste Aspekte – von Theologie über Forensik bis zum antiken Strafrecht – erörtert wurden.

Auch auf TikTok wurde die Ausstellung einem jüngeren Publikum nähergebracht. Mit rund 1,4 Millionen Videoaufrufen war das Interesse enorm. Was zeigt: Gesunder Glaube und vorurteilsfreies Wissen gehen Hand in Hand.

TikTok-Videos “Turiner Grabtuch

FOODSAVE DAY

Der «Foodsave Day» steht für die Wertschätzung von Lebensmitteln – eine Wertschätzung, die heute leider oft fehlt. In der Schweiz wird rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel weggeworfen, viele davon noch geniessbar. Diese Verschwendung belastet nicht nur das Portemonnaie, sondern auch das Klima und vergeudet wertvolle Ressourcen.

Im Rahmen der «Food Zürich» in der Europaallee machte der «Foodsave Day» vom 18. Juni 2025 auf diesen Missstand aufmerksam – auf genussvolle Weise. Aus geretteten Zutaten bereiteten Profi-Köchinnen und -Köche Mahlzeiten zu, deren Höhepunkt das festliche Foodsave-Bankett am Abend bildete. Die Bevölkerung war eingeladen, mitzufeiern, mitzudenken – und mitzuessen.

Katholisch Stadt Zürich gehört seit Jahren zu den Trägerinnen des Anlasses, weil der bewusste Umgang mit Lebensmitteln zugleich auch Ausdruck der Sorgfalt gegenüber der Schöpfung bedeutet.

Instagram-Video “Foodsave Day”

KUNST IN ST. ANTON

Die Kirche St. Anton (Zürich-Hottin­gen) wurde ab April 2025 zum Schauplatz eines aussergewöhnlichen Kunstprojekts: Die renommierte Künst­lerin Elke Maier verwandelte den sakralen Raum mit ihrer Installation «Licht, Raum und Transzendenz» in ein sinnliches Erlebnis. Dafür spannte sie haarfeine weisse Fäden durch den Kirchenraum.

Je nach natürlicher Lichtsituation begannen die Fäden zu strahlen oder verschwanden vollständig. Alles unterlag einer stetigen Verwandlung – zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, zwischen Sein und Vergehen.

Besucherinnen und Besucher waren eingeladen, die Kirche als Ort intensiver Wahrnehmung und spiritueller Reflexion neu zu entdecken. Einen ersten Eindruck vermittelte bereits im Vorfeld ein Video auf Instagram, dessen Betrachtung auch im Nachhinein noch berührt.

Instagram-Video “Transzendenz St. Anton»

75 JAHRE ST. FELIX UND REGULA

Ihr Standort liegt nahe der Auffahrt zur Hardbrücke, und ihr Turm ist für alle Autofahrer gut sichtbar. Mit ihrem Geburtstag tritt die Pfarrei St. Felix und Regula (Zürich-Hard) nun aus dem Schatten und in den Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Sie steht exem­plarisch für das moderne Zürich: Alte Bauten verschwinden, neue entstehen, unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ziehen ins Quartier – ein Stadtteil im Wandel und damit auch eine Kirche im Wandel.

Zum Festgottesdienst am 14. September 2025 erschienen zahlreiche Gäste, darunter auch Bischof Joseph Maria. Die weiteren Feierlichkeiten dauern 2026 noch an.

Zum Jubiläum schenkte sich die Pfarrei eine ambitionierte Jubiläumsvision – Zukunft statt Museum. Lesenswert!

St. Felix und Regula Vision 2100

ONLINE-KERZE IM ADVENT

So einfach, so schlicht: Eine Kerze anzuzünden, bringt Licht ins Dunkel – auch in Zeiten persönlicher Belastung. Für viele Menschen, besonders für kirchenferne, ist der Weg in eine Kirche jedoch mit Hemmungen verbunden. Genau hier setzt der neue Dienst von Katholisch Stadt Zürich an: Über ein Kontaktformular können Wünsche und Gebetsanliegen eingereicht werden. Für jedes Anliegen entzünden Seelsorgende eine Kerze und nehmen das Anliegen ins Gebet auf. Anonym und vertraulich.

Rund um die Adventszeit wurde die Aktion über Social Media lanciert – mit beeindruckender Resonanz.

Online Kerze anzünden

«ZÜRICH LIEST» MIT TOBIAS HABERL

Mit über 230 Veranstaltungen in der ganzen Stadt und darüber hinaus ist «Zürich liest» das grösste Buchfestival der Schweiz. Katholisch Stadt Zürich war mit gleich sieben Programmpunkten vertreten – von kleineren Formaten bis hin zu grösseren Veranstaltungen.

Zum Höhepunkt wurde die Lesung des Bestseller-Autors Tobias Haberl, der aus seinem Buch «Unter Heiden» vorlas. Rund 200 Menschen drängten ins Pfarreizentrum Liebfrauen (Zürich-City). Immer wieder mussten neue Stühle herbeigeschafft werden. Das grosse Interesse dürfte auch am Thema des Buches liegen: Wie lebt es sich als bekennender Christ in einer zunehmend säkularen Gesellschaft?

YouTube-Video «Unter Heiden»