Die erste Delegiertenversammlung 2026 fand für einmal in den Räumlichkeiten der Kirchgemeinde St. Anton im Quartier Hottingen statt. Wie üblich stand die Mai-DV im Zeichen der Verbandsjahresrechnung. Mit einem Ertragsüberschuss von CHF 13’434’925.- schloss diese positiver als erwartet ab.
Der Grund für die positive Abweichung zum Budget resultieren vor allem aus den zwar budgetierten, aber nicht umgesetzten Bauprojekten einzelner Kirchgemeinden, einem höheren Steuerertrag als vom Steueramt prognostiziert, den Marktwertanpassungen der Finanz-Anlagen sowie weiteren budgetierten Ausgaben, die im Jahr 2025 nicht umgesetzt wurden.
Der Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital zugewiesen. Die vorgelegte Verbandsrechnung wurde ohne Gegenstimme angenommen.
Unterstützung für Kirchgemeinden
Aufgrund des guten Resultates beantragte der Verbandsvorstand der Delegiertenversammlung, CHF 5 Mio. des Kapitalzuwachses des Rechnungsjahres 2025 als Sondersteuerzuteilung im Jahr 2027 an die Kirchgemeinden auszuschütten. Mit dieser Unterstützung sollen zukunftsgerichtete Initiativen an der Basis gefördert werden. Auch dieses Vorhaben wurde gutgeheissen.
Die drei von der Sonderkommission «Katholisch 2030» eingebrachten Anträge wurden gutgeheissen:
- CHF 50’000.– zur Weiterführung der professionellen Personalunterstützung für die Kirchgemeinden der Stadt Zürich
- CHF 30’000.– für die Umsetzung eines gemeinsamenBeschaffungswesen für Papeterie-Waren für die Kirchgemeinden der Stadt Zürich
- CHF 30’000.– für die Umsetzung eines gemeinsamenBeschaffungswesen für Reinigungsmittel für die Kirchgemeinden der Stadt Zürich
Die beschlossenen Instrumente helfen den einzelnen Kirchgemeinden mit ihren zur Verfügung stehenden Finanzmitteln haushälterisch und effizienter umzugehen.
Stärkung des Ausbildungswesens
Als gesellschaftlichen Auftrag betrachtet der Verband seit jeher die Ausbildung von Lernenden. Unter diesem Aspekt hiessen die Delegierten den Antrag gut, wonach der Verband ab Schuljahr 2026/2027 vollumfänglich für die Ausbildungskosten in den Kirchgemeinden aufkommen wird. Bisher wurden die Kosten je hälftig zwischen Verband und Kirchgemeinden geteilt.
Unter den weiteren Geschäften wurden die Bauabrechnungen für die Bauprojekte in St. Katharina, St. Josef und Herz Jesu Oerlikon abgenommen. Alle drei Bauprojekte erhielten dabei die entsprechenden Sondersteuerzuteilungen zugesprochen.
Ein schrittweiser Generationenwechsel wird bei einigen Behörden sichtbar: In den Kirchgemeinden liessen sich bei den abgelaufenen Wahlen mehrere erfahrene Delegierte nicht mehr für die Neuwahlen für die Delegiertenversammlung aufstellen. Sie alle wurden deshalb von ihren Kolleginnen und Kollegen der DV mit wohlwollendem Applaus verabschiedet.
Die DV kurz erklärt: Parlament einer demokratischen Kirche
Die Delegiertenversammlung der röm.-kath. Kirchgemeinden der Stadt Zürich ist das Parlament aller Stadtzürcher Katholiken und tagt viermal im Jahr. In diesem Parlament erhalten die Mitglieder der katholischen Kirche ein demokratisches Mitspracherecht über die Finanzen. So entscheidet die Delegiertenversammlung beispielsweise über den Einsatz der finanziellen Mittel aus der Kirchensteuer.





